Wie eine Wärmepumpe arbeitet
Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht, sie transportiert sie. In einem geschlossenen Kreis verdampft ein Kältemittel bei niedriger Temperatur und nimmt dabei Wärme aus der Umgebung auf — aus der Außenluft, aus dem Erdreich oder aus Grundwasser. Ein Verdichter komprimiert den Dampf, wodurch Druck und Temperatur steigen, und gibt die Wärme im Kondensator an das Heizwasser ab. Danach entspannt das Kältemittel wieder, und der Kreis beginnt von vorn. Angetrieben wird nur der Verdichter; der größte Teil der abgegebenen Wärme stammt aus der Umgebung. Genau daraus entsteht der Effizienzvorteil gegenüber einem Verbrennungsprozess.
Warum die Vorlauftemperatur alles entscheidet
Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto weniger Arbeit muss der Verdichter leisten. Eine Anlage, die mit 35 Grad Vorlauf auskommt, arbeitet deutlich sparsamer als dieselbe Anlage bei 55 Grad. Die aussagekräftige Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl: das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärme zum eingesetzten Strom. Sie entsteht nicht im Prospekt, sondern in der Installation — über die Größe der Heizflächen, die Rohrquerschnitte, den hydraulischen Abgleich, die Heizkurve und die Frage, wie warm das Trinkwasser tatsächlich sein muss.
Passt eine Wärmepumpe in Ihr Gebäude?
Die verbreitete Annahme, eine Wärmepumpe funktioniere nur im Neubau mit Fußbodenheizung, ist zu grob. Viele Bestandsgebäude lassen sich auf niedrige Vorlauftemperaturen bringen, ohne dass die Heizung komplett neu gebaut werden muss. Wir prüfen deshalb vor jedem Angebot:
- welche Vorlauftemperatur die vorhandenen Heizkörper an einem kalten Tag wirklich brauchen
- ob einzelne Räume unterversorgt sind und ob dort ein größerer Heizkörper genügt
- wie die Hydraulik aufgebaut ist und ob ein Abgleich möglich ist
- welcher Aufstellort in Frage kommt und wie der Schall zur Nachbarschaft hin wirkt
- wie hoch der Warmwasserbedarf ist und wie er sauber vom Heizbetrieb getrennt wird
- ob Elektroanschluss und Zählerplatz für das Gerät ausreichen
Bei Luft-Wasser-Geräten ist der Aufstellort der häufigste Streitpunkt: Abstand zur Grundstücksgrenze, freie Luftführung ohne Kurzschluss zwischen Ansaug- und Ausblasseite, frostfreier Kondensatablauf und ein Standort, an dem der Ventilator nachts niemanden stört. Sole-Wasser-Anlagen arbeiten auf gleichmäßigerem Temperaturniveau, brauchen dafür aber eine Erschließung der Quelle und die entsprechenden Genehmigungen. Wir sagen offen, wenn eine Variante an Ihrem Gebäude nicht sinnvoll ist — auch dann, wenn sie sich gut verkaufen ließe.
Förderung: Stand August 2026
Der Einbau einer Wärmepumpe im Bestandsgebäude wird in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM), gefördert. Für Privatpersonen in Wohngebäuden läuft das über den Zuschuss der KfW für die Heizungsförderung; die Antragstellung erfolgt im KfW-Kundenportal. Der Zuschuss setzt sich aus einer Grundförderung und mehreren Boni zusammen, etwa für den Austausch einer noch funktionierenden alten Heizung und für Haushalte unterhalb einer festgelegten Einkommensgrenze. Gedeckelt wird die Förderung durch förderfähige Höchstkosten je Wohneinheit.
Wichtig ist der aktuelle Stand: Fördersätze, Boni und Höchstkosten wurden zum 21. Juli 2026 überarbeitet, und das Programm ist nach heutiger Lesart auf eine stufenweise Absenkung in den Folgejahren angelegt. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Prozent- oder Eurobeträge — eine Zahl, die vor wenigen Wochen noch stimmte, kann heute falsch sein. Fördersätze und Bedingungen ändern sich; wir prüfen den aktuellen Stand für Ihr Vorhaben, bevor Sie sich entscheiden.
Der Antragsweg in der richtigen Reihenfolge
Ein Punkt kostet in der Praxis am häufigsten die Förderung: die Reihenfolge. Der Antrag muss gestellt sein, bevor die Maßnahme beauftragt ist — üblich ist deshalb ein Liefer- und Leistungsvertrag, der unter einer aufschiebenden Bedingung steht oder ein Rücktrittsrecht für den Fall der Ablehnung enthält. Dazu kommt eine fachliche Bestätigung der Maßnahme sowie nach der Fertigstellung der Nachweis über die tatsächlich ausgeführten Arbeiten; für die Umsetzung steht ein mehrjähriges Zeitfenster zur Verfügung. Eine Anlagenoptimierung, insbesondere der hydraulische Abgleich, gehört zu den Anforderungen und ist bei einer Wärmepumpe ohnehin die Grundlage für vernünftige Effizienz.
Wir unterstützen Sie bei den Unterlagen, die aus unserer Leistung entstehen, und bringen die technischen Angaben in die Form, die für den Antrag gebraucht wird. Den Antrag selbst stellen Sie als Eigentümerin oder Eigentümer.